Verhütung - Wenn es doch so einfach wäre!

Was schätzungsweise 95% aller Frauen, die verhüten nicht wissen

Die Pille feiert inzwischen 56 jähriges Jubiläum. Schering als erster Anbieter, führte die Antibabypille als "Mittel zur Behebung von Menstruationsstörungen" ein. Die Pille durfte in der ersten Zeit nur verheirateten Frauen verschrieben werden. Viel hat sich seit dieser Zeit für die Frau geändert. Auch die Frau darf Sex heute einfach genießen. Wenn man sich anschaut, wie lange es die Menschheit gibt u. wie viele Jahrtausende die Frau schon immer das Problem hatte, unerwünscht schwanger zu werden ... was für ein Segen diese Erfindung ist, aber es gibt eben auch die Kehrseite.

(Erklärung: Ob Estrogen oder Östrogen, Östradiol oder Estradiol ... E oder Ö ... es ist nur der Buchstabe, der sich ändert für den gleichen Begriff.

Der Überbegriff für die einen Hormone heisst Östrogene/Estrogene, dazu gehören vor allem Östradiol/Estradiol, Östron/Estron und Östriol/Estriol (das Schleimhauthormon).

Der andere Hormonüberbegriff heisst Gestagene, dazu zählt das körpereigene Progesteron. Die künstlichen Gestagene heissen nicht Progesteron, sondern Progestine. Dazu zählen u.a. Chlormadinonacetat, Levonorgestrel, Norethisteron, Desogestrel, Drosperinon u. Dienogest.

Hier werden viele Begrifflichkeiten auch im Internet immer wieder wild durcheinander geworfen. Wenn es Progesteron heisst, handelt es ich immer um das körpereigene Progesteron, wie der Name schon sagt. Wird vom künstlichen Gestagen gesprochen, müsste hier von Progestin die Rede sein. Begriffe wie Levonorgestrel oder Dienogest sind also logischerweise schon erkennbar als künstlich, sonst hiesse es ja Progesteron.

Nur die körpereigenen Hormone können im Blut und im Speichel gemessen werden, nicht aber die künstlichen Hormone. Der Unterschied von Blut- und Speicheltest ist hier erklärt.)

Die heutigen Pillen sind deutlich niedriger dosiert als die damaligen in den 60iger Jahren. Dennoch gibt es auch heute grosse Unterschiede. Viele wissen nicht, dass eine Pille aus einem künstlichen (und damit körperfremdem) Estrogen besteht, das Ethinylestradiol heisst (und vierfach stärker wirkt als das körpereigene Estradiol) und einem künstlichen Progesteron (=Progestin) oder nur aus einem Progestin wie bei der Minipille.

Bei den Progestinen gibt es inzwischen 4 Generationen. Man könnte meinen, die modernsten wären die gesündesten. Dem ist nicht so, im Gegenteil. Die älteren Progestine haben zumindet bezogen auf die Thrombosegefahr weniger Risiko. Die Thrombosegefahr ist allerdings bei jeder Pille erhöht, das sollte man wissen, besonders Raucherinnen sind hier gefährdet.

Leider wird dies so gut wie nie vermittelt. Nur im Internet findet man hierzu Infos z.B. unter Risiko Pille
Der Pillenreport

Es gibt inzwischen zahlreiche junge Frauen, die gestorben sind oder schwer krank geworden sind durch zum Teil nur kurze Einnahme der Pille mit Drospirenon. Dieses Progestin (künstliches Progesteron) erhöht die Thrombosegefahr um das Vierfache im Vergleich mit den anderen Progestinen (z.B. Levonorgestrel, Norethisteron), die auch schon ein erhöhtes Thromboserisiko haben. Hört sich harmlos an, ist es aber nicht, wenn es einen betrifft.

Inzwischen klagt eine junge Frau gegen Bayer, die beinahe gestorben wäre, deren Leben verpfuscht ist nur wegen ein paar Monaten Pilleineinnahme.

Nachzulesen unter: Artikel Huffingtonpost

Fakt ist:
Eine Pille ist ein Medikament!
Kein harmloses kleines Bonbon, kein Life-Style Mittel.

Die Liste der zahlreichen Nebenwirkungen in der Packungsbeilage können jede Frau, die die Pille nimmt, erwischen. Dies sollte nicht heruntergespielt oder missachtet werden. Vor allem sollte dieser Zettel vor der Einnahme gelesen werden. Nur, weil so viele Frauen anscheinend ohne Symptome damit klarkommen, heisst das nicht, dass die Pille an sich harmlos ist. Sie ist nun mal ein Eingriff in unser Hormonsystem.

Dass es auch zahlreiche Frauen gibt, die massive Beschwerden haben und sich durch die Vielfalt der Pillen hindurchprobieren in der Hoffnung, dass es noch mal besser wird, kann man in zahlreichen Foren im Internet lesen.

Auf einem in Washington D.C. veranstalteten wissenschaftlichen Treffen der American Association of Clinical Endocrinologists 2005 warnte Irwin Goldstein ( Goldstein Homepage - Der Artikel dazu): "Es ist durchaus möglich, dass die Pille schon nach kurzer Einnahmedauer den Stoffwechsel der Frauen für den Rest ihres Lebens prägt."

Und noch etwas Wichtiges, das viele Frauen nicht wissen: Ob eine Pille durchgenommen oder mit einer Pause eingenommen wird, hat keine große Bedeutung. Die Blutung, die hier stattfindet, ist eine sogenannte Abbruchblutung durch den Hormonentzug und hat mit der natürlichen Blutung nichts zu tun.

Pillenwirkung: Es docken im Körper statt dem körpereigenen Estradiol und Progesteron (die eine Schwangerschaft unterstützen) künstliche Hormone an den Rezeptoren an, die eine völlig andere Wirkung haben (es soll ja eine Schwangerschaft verhindert werden). Dabei wird das eigene Hormonsystem unterdrückt (logisch)

Das kann Folgen haben, die sich besonders nach dem Absetzen der Pille zeigen können:

  • Schilddrüsenreaktionen sind eine mögliche Erscheinung. Denn unser Hormonsystem kann man sich wie ein fragiles Mobile vorstellen, in dem alle Hormondrüsen (Schilddrüse, Ovarien, Nebennieren, Pankreas) im direkten Kontakt stehen. Besonders die Schilddrüse ist hier das Sensibelchen. Es ist bekannt, dass Schilddrüsenerkrankungen besonders dann gehäuft auftreten, wenn der Körper große Hormonschwankungen erlebt wie nach Pubertät, Schwangerschaft, in den Wechseljahren.

  • Zyklusprobleme gibt es nicht selten und es kann bis zu 1,5 Jahre dauern bis der Körper wieder das gelernt hat, was er häufig noch nie wirklich umsetzen konnte. Auch, wenn es zu einer Blutung kommt, kann nach wie vor eine Gelbkörperschwäche vorhanden sein. Die Pille sollte "eigentlich" erst genommen werden, wenn das Hormonsysten zumindest einigermaßen ausgereift ist (ca. 17 Lj.) und bereits in einen regelmäßigen Rhythmus finden konnte.

  • Zudem ist es nicht selten, dass die Symptome, weshalb die Pille genommen wurde wie z.B. schlechte Haut, Regelkrämpfe usw. dann erst einmal wieder verstärkt auftauchen können. Es ist wie mit dem Öllämpchen am Auto, das herausgeschraubt wurde, anstatt das Öl zu wechseln. Schraubt man es wieder rein, zeigt sich auch das Problem wieder. Hier gibt es zahlreiche naturheilkundliche Methoden, um den Körper sanft zu unterstützen, damit er wieder rund läuft.

  • Gar nicht selten zeigen sich auch Probleme beim Kinderwunsch. Gerade bei Frauen, die bereits im frühen Jugendalter mit der Pille begonnen haben und nun nach 20 Jahren Einnahme ein Kind bekommen möchten, gestaltet sich dies nach dem Pillenabsetzen häufig nicht so einfach.

    Nach Döring ("Empfängnisverhütung" vom Thieme-Verlag, ISBN 3 13 326508 3 ) werden rund 80% der Frauen mit Kinderwunsch innerhalb von sechs Monaten nach Absetzen der Pille schwanger. Allerdings werden ca. 10% auch ein Jahr nach Absetzen der Pille noch nicht schwanger und die Frauen, die zu diesen 10% gehören, berichten dann nicht selten, daß sich ihr Zyklus nach der Pille nie wieder richtig erholt habe.

    Und es ist nun mal Fakt: Ob Frau mal zu den 80% oder den 10% gehören wird, das weiss frau nicht in jungen Jahren. Auch das ist ein Risiko bei der Pilleneinnahme, das gerne unter den Tisch gekehrt wird.

Diese Zusammenhänge sind reine Beobachtungen aus der täglichen Arbeit mit meinen Patientinnen, die u.a. sehr häufig wegen Kinderwunsch in meine Praxis kommen. Es häufen sich in den letzten Jahren die Schilddrüsenerkrankungen bei Frauen, dafür muss es Gründe geben. Einer wäre in der hormonellen Verhütung zu vermuten.

Es wäre unglaublich wichtig, dass junge Menschen bereits mit ca. 12 Jahren (also vor dem ersten Sex) wissen, was bei der Pilleneinnahme wirklich passiert, damit sie mit diesem Hintergrund von lebenswichtigen Informationen entscheiden können, ob sie wirklich eine moderne Pille einnehmen wollen (ohne Beeinflussung durch Werbemaßnahmen mit netten Beigaben zu den Pillenpäckchen, mit deutlicher Erwähnung der gefährlichen Nebenwirkungen) oder doch lieber erst einmal eine niedrigdosiertere Pille mit einem Gestagen der älteren Generation. Auf der Seite Risiko Pille finden sich Listen von allen Pillen und deren Zusammensetzung. Je kleiner die Zahl, desto weniger Hormon, desto besser (wenn man hier überhaupt von gut sprechen kann).

Sobald eine Partnerschaft langfristiger zu sehen ist, sollte unbedingt nach Alternativen!
gesucht werden: Hier wäre vor allem die Methode NFP zu nennen - eigentlich ein unpassender Begriff = NatürlicheFamilienPlanung - weil diese Methode eine wunderbare Verhütungsmethode ist und damit natürlich auch bewußt gewollt eine Schwangerschaft geplant werden kann.

Salopp übersetzt gehört zu NFP: die tägliche Temperaturmessung nach dem Aufwachen kombiniert mit der Schleimkontrolle und Muttermundabtastung - richtig angewendet (es gibt hier wichtige Regeln!) meiner Meinung nach sogar sicherer als die Pille (die vielen Pillenversager werden nirgendwo festgehalten, sind aber immer wieder in diversen Foren nachzulesen).

Sehr lebendig wird NFP und vieles andere rund um die hormonfreie Verhütung von diesem Paar vermittelt: Hormonfrei und Sicher verhüten

Es gibt inzwischen immer mehr junge Frauen, die sich gerne und intensiv mit ihrem Körper und seinen Signalen beschäftigen und hervorragend mit dieser Methode klarkommen.

Auch die Kupferkette oder der Kupferball wären eine hormonfreie Alternative, die auch in einer kleinen Gebärmutter ihren Platz finden. Allerdings recht kostspielig und hier ist auch zu bedenken, dass mit dieser Methode keine Schwangerschaft verhindert wird, sondern erst die Einnistung. Frau sollte also wissen, dass Leben in ihr entstehen, aber nicht bleiben kann. Zudem handelt es sich um einen Fremdkörper, der nicht selten vom Körper wieder abgestoßen wird, leider nicht immer über den Muttermund, sondern auch (sehr schmerzhaft und oft lange unentdeckt) in den Bauchraum, wo diese mit einer OP wieder entfernt werden muss. Es handelt sich nun mal um einen Fremdkörper und unser Körper ist sehr intelligent.

Ebenso sind Barrieremethoden wie Diaphragma, Caya Diaphragma, Portiokappe oder das Frauenkondom eine hormonfreie Möglichkeit der Verhütung.

Hier ein hervorragender Artikel zum Thema von Dr. Dorothee Struck:
Verhüten ohne Hormone? Na sicher!

Andere hormonelle Verhütungsmethoden sollten ebenso kritisch wie die Pille betrachtet werden: 

Die Hormonspirale - enthält hochdosiert Progestin (künstliches Progesteron), kann massive Symptome verursachen, siehe http://www.hormonspirale-forum.de/ u. wirkt nicht lokal wie es erstaunlicherweise häufig erzählt wird. Ein Hormon auf Schleimhaut oder Haut aufgetragen ist innerhalb von einer Stunde im Speichel deutlich nachweisbar, hat also jede Körperzelle erreicht! Hier ganz ein Filmchen, das klar aufzeigt welche Fakten meist nicht erzählt werden:
Das Verhütungsschirmchen (hört sich doch gleich viel harmloser an)

Der Hormonring enthält künstliches Estrogen u. Progestin - wirkt auch nicht nur lokal. Diese Hormone erreichen genauso wie bei der Pille den ganzen Körper. Hier kommt es gar nicht selten nach einiger Zeit zu chronischen Scheideninfektionen, Blasenentzündungen, Unterleibsthemen, weil lokal viel künstliches Hormon ankommt u. anscheinend das Scheidenmilieu irritiert. Auch dies ein Erfahrungswert aus der Praxis.

Die Dreimonatsspritze und das Implanon sind dann die Krönung der Einfachheit (Ironie). Hier verweise ich einfach auf die Liste der Nebenwirkungen und Warnhinweise im Beipackzettel Implanon und Beipackzettel Dreimonatsspritze. Dieser Text wird viel zu selten genau durchgelesen, viel zu oft verharmlost.

Was hier auf keinen Fall unter den Tisch fallen darf, ist die Verantwortung des Mannes beim Thema Verhütung. Es ist natürlich leicht, alles der Frau zu überlassen, ohne zu wissen, was jahrelange hormonelle Verhütung für den Körper einer Frau bedeutet. Hier sollten Frauen den Mut haben, auch vom Mann seinen Anteil zu fordern.

Das kann sein:
Kondome
zu verwenden, eine Methode, die man durchaus sehr unverkrampft in das Liebesspiel einbeziehen kann (allein der Wille und die Übung zählen). Kondome sollten übrigens nach Breite !!! angepasst werden. Dies wird selten bedacht, ist aber doch völlig logisch (es gibt bis zu 7 verschiedene Größen). Auch gibt es große Unterschiede in der Form, hier darf einfach mehr ausprobiert werden. Wichtig: Markenkondome verwenden, hier also nicht sparen. Es gibt übrigens auch schon länger Latexfreie Kondome aus Polyurethan u.a..

Einfach in der Drogerie oder im Internet irgendein Kondom kaufen, ist hier der bekannte, aber falsche Weg. Es gibt Schätzungen, dass über 100 Millionen Mal in Deutschland pro Jahr mit einem Kondom verhütet wird, das nicht perfekt sitzt, ca. 80% der Männer kennen sich nicht aus und entscheiden sich für ein falsches Kondom. Ob daher die Abneigung der meisten Männer gegen das Kondom kommt? Hier besteht noch grosser Aufklärungsbedarf (im Internet gibt es diesbzgl. viele Infos bei mysize und vinico.de) .

Oder in späteren Jahren, wenn kein Kinderwunsch mehr besteht, wäre ein möglicher Weg, sich für die Sterilisation zu entscheiden. Das ist beim Mann ein kleiner Eingriff von 30 Minuten unter lokaler Betäubung, auch Vasektomie genannt.

Eine Sterilisation bei der Frau ist ein Eingriff unter Vollnarkose, der zudem nicht selten (in meinem Umfeld sind mir auffallend viele Frauen bekannt) die Frau verfrüht in die Wechseljahre stürzen kann mit dementsprechend heftigen Symptomen. Womit dies in Zusammenhang steht, ist noch nicht eindeutig bekannt. Es wird vermutet, dass hier wichtige Blutgefäße mit unterbunden werden, die die Eierstöcke versorgen. In den Eierstöcken, die dann unterversorgt sein könnten, werden aber die wichtigen Hormone gebildet. 

Ausserdem: Mit der Pille läßt sich kein Hormongleichgewicht herstellen, das geht logischerweise nicht. Denn die Pille bringt künstliche Hormone in den Körper und verändert damit das Körpereigene Hormonsystem, das ist so gewollt, damit Verhütung stattfindet. Mit der Einnahme der Pille wird das Estradiol und das Progesteron unterdrückt (bei einer reinen Progestin Pille (Minipille) natürlich nur das Progesteron), diese beiden werden also weniger, die Hormone also, die der Körper selber herstellt. Und es ist egal welche Pille man dann nimmt, es geschieht immer das gleiche, Progesteron und Estradiol werden weniger, mal mehr, mal weniger. Nur die Wirkung der verschiedenen Gestagene ist natürlich unterschiedlich, so verschwinden einmal Pickel, ein ander Mal erscheinen diese erst usw. Parallel dazu aber sinken immer Progesteron und Estradiol ab (bei der Mikropille).
 


Weitere Informationen:


"Erfolgsbilanz" der drospirenonhaltigen Pillen

Pille tötete Hunderte Frauen, Beitrag im Schweizer Fernsehen aus der Sendereihe "10 vor 10"

Pillenreport 2015

Filmbeitrag: Die Story im Ersten: Todkrank durch die Pille? 2015

Risiko Hormonspirale / Forum Hormonspirale

Das Geschäft mit der Hormonspirale